Temporary Digital Nomad

Einleitung

Seit ich letztes Jahr in Indonesien war, denke ich immer wieder über dieses Thema nach. Ich habe einen Monat lang Bali, Lombok und Java bereist und habe unterwegs immer wieder digitale Nomaden gesehen. Manchmal waren sie in einem Café was essen und danach wurde mit dem Laptop noch weiter gearbeitet, oder man kam vom Surfen zurück und arbeitet noch bis tief in die Nacht hinein.

Es werden auch viele Coworking Spaces in Bali (z.b. in Canggu oder Ubud) angeboten. Man geht hin und kann dort tageweise oder monatsweise arbeiten gehen. Die ganze Infrastruktur (High Speed Internet, Drucker, Kaffee, Wasser, Meetingräume, Strom,…) wird einem für einen kleinen Beitrag zu verfügung gestellt. Das coole daran ist, wie schnell man dabei ein Netzwerk aufbauen kann. Es hocken lauter kreative Köpfe in einem Raum oder Gebäude: Designers, Marketeers, Software Engineers, Texter oder Entrepeneurs… die Liste von Skills und verschiedenen Jobbeschreibungen ist lang! Auch werden viele Aktivitäten angeboten wie gemeinsame Ausflüge, Weiterbildungen, Diskussionsrunden bzw. Talks, oder gemeinsames Essen.

Digitaler Nomade

Nun was sind digitale Nomaden überhaupt? Es ist eine neue Arbeitsweise, die im digitalen Zeitalter entstanden ist. Nachdem ich mich im Internet mich ein bisschen darüber informiert habe, stieg mein Interesse für dieses Thema immer mehr und mehr.

Nun was macht einen digitalen Nomaden aus? Ein Nomade zieht immer weiter, hat keinen festen Sitz, keine feste Wohnung, kein festes Land und eventuell auch keinen festen Arbeitsplatz. Er ist unabhängig, flexibel und passt sich den Gegebenheiten an. Ein digitaler Nomade ist meist ein Freelancer, ein Selbstständiger, ein Arbeiter/Teilzeitarbeiter in einem Unternehmen oder übt eine Mischform davon aus. Es gibt Firmen, die setzen voll auf das remote Working wie zum Beispiel Buffer (Buffer Mitarbeiter in den verschiedenen Zeitzonen) oder WordPress, die gar keinen Hauptsitz mehr besitzen und >90% auf der ganzen Welt verteilt sind. Das brachte mich echt zum staunen!

Warum genau Lissabon?

Lissabon ist die Hauptstadt von Portugal, ist wärmer und meist sonniger als in der Schweiz. Wer jetzt nicht weiss wo Portugal liegt: Westlich von Spanien. Was kommt danacht? Der grosse Teich und irgendwann New York ;). Die Flugdauer nach Portugal beträgt ein bisschen mehr als 2 Stunden, die Zeitverschiebung -1h und ein Flug mit Rückflug ist ab 200 Franken zu bekommen. Perfekt! Auch von der Infrastruktur her, ist Portugal ein modernes Land mit schnellem Internet, 24/7 Stromversorgung (ja das ist nicht überall üblich!) und bietet passende Einrichtungen an wie Coworklisboa. Auf die gehe ich nachher noch genauer ein. Der letzte, aber ausschlaggebendste Grund ist: Ich war noch nie dort :). Eine Stadt kennenzulernen und auch dort zu Arbeiten, warum nicht?

LxFactory / Coworklisboa

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Es ging nicht lange und die Pläne wurden konkreter. 1 Woche, Lissabon und gearbeitet wird in der LxFactor bei Coworklisboa. Die Reise nach Lissabon lief Reibungslos über die Bühne. Am ersten Arbeitstag (in einem fremden Land), suchte ich um 08:00 Uhr das Tram, was mich in die nähe von LxFactory bringen soll. LxFactory ist ein altes Industrieareal. Früher eine Zuckerfabrik und nun beherbergt es hippe Restaurants, Büros, Einkaufsläden und Cafes. Man fühlt sich wie in einer anderen Welt, wenn man das erste Mal durch das Tor geht, unglaublich!

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Nach einer Weile fand ich den Eingang zum CoworkLisboa. Nun musste ich nur die 4 Stockerwerke bezwingen, denn es ist im Dachgeschoss der alten Fabrik. Ausser Puste dort angekommen, traf ich Rita, eine Mitbegründerin der Location. Sie zeigt mir die ganze Einrichtung; Internet, Kaffee, Küche, WiFi, ein Meetingraum und die verschiedenen Plätze. Es gab drei Arten von Büroplatz:

– Nomad: 50€/Monat
– Flex Desk: 12€/Tag, 40€/Woche, 100€/Monat
– Medium Desk: 150€/Monat
– Large Desk: 180€/Monat

(Mehr infos zu den einzelnen Angeboten auf http://www.coworklisboa.pt/en/)

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Ich habe mich natürlich für das „Flexible“ Modell entschieden, da ich nicht mehr brauche. Es war eine Tischinsel mit 12 Plätzen und Strom. Perfekt für Leute die einfach den Laptop aufstellen können und täglich zahlen wollen. Am ersten Tag arbeiteten etwa 4 Leute an der Insel. Zu Spitzenzeiten waren wir zu zehnt! Da wurde es schon langsam eng :).

Bekanntschaften

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Am Dienstag gab es einen Brunch um 11.00 Uhr, der von Coworklisboa organisiert wurde. Man tauschte sich in lockerer Atmosphäre aus. Wer ist aus welchem Land? Warum ist man hier in Lissabon? Was macht man beruflich? Zwei Co-Workers sind mir speziell aufgefallen und während dem Brunchen habe ich sie näher kennenlernen können…

Carlos

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Carlos sass gegenüber von mir am Flex Desk und hatte immer Kopfhörer in den Ohren :). Am Brunch kamen wir ins Gespräch. Er ist von Spanien, ca. 4 Autostunden von Lissabon. Er betreibt einen Shop im Internet und verkauft Tee. Er nennt sich ein Marketeer, aber ich bin mir sicher, das sein Job mehr als das beinhaltet. Er lebt davon und das ist sein erster Versuch, sein Projekt unterwegs zu managen. Vorher war er immer vor Ort, und konnte so alles organisieren und auch „physisch eingreifen“ (das tönt jetzt irgendwie falsch ;)). Mal schauen wie sein Testlauf endet. Jedenfalls ist sein Ziel die Welt zu bereisen und nebenbei sein Geschäft weiter zu betreiben.

Felix

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Felix hat zusammen mit seinem Kollegen die Plattform EatAbout ins Leben gerufen. Wer kennt AirBnb? Das Konzept wurde übernommen, aber anstatt das man seine Wohnung, ein Zimmer oder das Sofa vermietet, vermietet man sich selbst als Koch in den eigenen vier Wänden. Wie das funktioniert? Nehmen wir an, du seist ein passionierter Hobbykoch und bekochst gerne auch andere Leute am Wochenende. Du kannst dich als bei EatAbout anmelden, die Tage an denen du kochst, das Menu, die maximale anzahl Personen und den Preis definieren. Dein Zuhause verwandelt sich nun an den Wochenendabenden in ein Restaurant!

Mehr Impressionen…

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Coworklisboa am frühen morgen :). Ich war immer einer der Ersten. Ist auch in der Schweiz so ;).

 

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Das leckere Café im selben Stockwerk (Dachgeschoss), gleich nebem dem Büro. Ich habe täglich ein „Pastel de Nata“ gegessen, dazu einen leckeren Cappucino getrunken und die Aussicht genossen.

 

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Pastel de Nata mit Zimt und Zucker!!!

 

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Mein Arbeitsplatz am Flex Desk.

 

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Skype Meetings habe ich meist auf dem Sofa im Gang durchgeführt. Es war sehr bequem und ich habe die anderen Coworker nicht mit meinem Lärm belästigt ;).

 

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Kunst überall….